Qualifikationsstufen

Alle Ausbildungsinhalte der ASGE orientieren sich am Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) für lebenslanges Lernen. Dieser wurde geschaffen, um im Hinblick auf Transparenz und Qualität von Qualifikationen die verschiedenen Systeme in Europa zu vereinheitlichen. Im Folgenden haben wir versucht Dir einen möglichst kompakten Überblick über dieses Instrumentarium zu geben und zitieren dabei die vollumfängliche Internetpräsenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung unter www.dqr.de.

Was ist der DQR?

Der DQR definiert Bildungswege mittels Niveauzuordnungen, vergleicht Qualifikationstypen und ihr Verhältnis zueinander und macht dabei Gemeinsamkeiten und Unterschiede sichtbar. Letztendlich beschreibt der DQR Kompetenzniveaus, denen sich die Qualifikationen des deutschen Bildungssystems zuordnen lassen. 

Kompetenzen sind hierbei zu verstehen als in lebenspraktischen Zusammenhängen weiterwirkenden Ergebnisse von Lernprozessen. Damit wird das zentrale Ziel aller Bereiche des deutschen Bildungssystems zum Ausdruck gebracht, den Lernenden den Erwerb einer umfassenden Handlungsfähigkeit zu ermöglichen. Es geht also nicht nur um isolierte Kenntnisse und Fertigkeiten, sondern vielmehr um die Fähigkeit und Bereitschaft zu fachlich fundiertem und verantwortlichem Handeln. Der DQR bezieht die mit einer Qualifikation verbundenen Lernergebnisse auf die berufliche und persönliche Entwicklung des Einzelnen (Fachkompetenz und personale Kompetenz) mit ein und nimmt dabei gezielt Bezug auf persönliche Einstellung und Haltung. 

DQR-Niveaus

Jedes Neveau beinhaltet eine ganz bestimmte Anforderungsstruktur, welche erfüllt werden müssen, wenn eine Qualifikation des entsprechenden Niveaus erworben werden soll. Hierbei geht es in erster Linie darum, wie die Absolventen mit Komplexität, unvorhersehbaren Veränderungen und Selbständigkeit in einem beruflichen Tätigkeitsfeld umgehen. Der DQR unterscheidet dabei zwei Kompetenzkategorien: „Fachkompetenz“, unterteilt in „Wissen“ und „Fertigkeiten“, und „Personale Kompetenz“, unterteilt in „Sozialkompetenz und Selbständigkeit“.

Niveau 1

Niveau 1 beschreibt Kompetenzen, die zur Erfüllung einfacher Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Lern- oder Arbeitsbereich benötigt werden. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt unter Anleitung.
Fachkompetenz (Wissen): Über elementares allgemeines Wissen verfügen. Einen ersten Einblick in einen Lern- oder Arbeitsbereich haben. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über kognitive und praktische Fertigkeiten verfügen, um einfache Aufgaben nach vorgegebenen Regeln auszuführen und deren Ergebnisse zu beurteilen. Elementare Zusammenhänge herstellen.
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): Mit anderen zusammen lernen oder arbeiten, sich mündlich und schriftlich informieren und austauschen. 
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Unter Anleitung lernen oder arbeiten. Das eigene und das Handeln anderer einschätzen und Lernberatung annehmen.

Niveau 2

Niveau 2 beschreibt Kompetenzen, die zur fachgerechten Erfüllung grundlegender Anforderungen in einem überschaubar und stabil strukturierten Lern- oder Arbeitsbereich benötigt werden. Die Erfüllung der Aufgaben erfolgt weitgehend unter Anleitung.
Fachkompetenz (Wissen): Über grundlegendes allgemeines Wissen und grundlegendes Fachwissen in einem Lern- oder Arbeitsbereich verfügen.
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über grundlegende kognitive und praktische Fertigkeiten zur Ausführung von Aufgaben in einem Lern- oder Arbeitsbereich verfügen und deren Ergebnisse nach vorgegebenen Maßstäben beurteilen sowie Zusammenhänge herstellen.
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): In einer Gruppe mitwirken. Allgemeine Anregungen und Kritik aufnehmen und äußern. In mündlicher und schriftlicher Kommunikation situationsgerecht agieren und reagieren.
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): In bekannten und stabilen Kontexten weitgehend unter Anleitung verantwortungsbewusst lernen oder arbeiten. Das eigene und das Handeln anderer einschätzen. Vorgegebene Lernhilfen nutzen und Lernberatung nachfragen.

Niveau 3

Niveau 3 beschreibt Kompetenzen, die zur selbständigen Erfüllung fachlicher Anforderungen in einem noch überschaubaren und zum Teil offen strukturierten Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden.
Fachkompetenz (Wissen): Über erweitertes allgemeines Wissen oder über erweitertes Fachwissen in einem Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über ein Spektrum von kognitiven und praktischen Fertigkeiten zur Planung und Bearbeitung von fachlichen Aufgaben in einem Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen.Ergebnisse nach weitgehend vorgegebenen Maßstäben beurteilen, einfache Transferleistungen erbringen.
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): In einer Gruppe mitwirken und punktuell Unterstützung anbieten. Die Lern- oder Arbeitsumgebung mitgestalten, Abläufe gestalten und Ergebnisse adressatenbezogen darstellen. 
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Auch in weniger bekannten Kontexten eigenständig und verantwortungsbewusst lernen oder arbeiten. Das eigene und das Handeln anderer einschätzen. Lernberatung nachfragen und verschiedene Lernhilfen auswählen. 

Niveau 4

Niveau 4 beschreibt Kompetenzen, die zur selbständigen Planung und Bearbeitung fachlicher Aufgabenstellungen in einem umfassenden, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden.
Fachkompetenz (Wissen): Über vertieftes allgemeines Wissen oder über fachtheoretisches Wissen in einem Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über ein breites Spektrum kognitiver und praktischer Fertigkeiten verfügen, die selbständige Aufgabenbearbeitung und Problemlösung sowie die Beurteilung von Arbeitsergebnissen und -prozessen unter Einbeziehung von Handlungsalternativen und Wechselwirkungen mit benachbarten Bereichen ermöglichen. Transferleistungen erbringen.
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): Die Arbeit in einer Gruppe und deren Lern- oder Arbeitsumgebung mitgestalten und kontinuierlich Unterstützung anbieten. Abläufe und Ergebnisse begründen. Über Sachverhalte umfassend kommunizieren. 
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Sich Lern- und Arbeitsziele setzen, sie reflektieren, realisieren und verantworten.

Niveau 5

Niveau 5 beschreibt Kompetenzen, die zur selbständigen Planung und Bearbeitung umfassender fachlicher Aufgabenstellungen in einem komplexen, spezialisierten, sich verändernden Lernbereich oder beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden.
Fachkompetenz (Wissen): Über integriertes Fachwissen in einem Lernbereich oder über integriertes berufliches Wissen in einem Tätigkeitsfeld verfügen. Das schließt auch vertieftes fachtheoretisches Wissen ein. Umfang und Grenzen des Lernbereichs oder beruflichen Tätigkeitsfelds kennen. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über ein sehr breites Spektrum spezialisierter kognitiver und praktischer Fertigkeiten verfügen. Arbeitsprozesse übergreifend planen und sie unter umfassender Einbeziehung von Handlungsalternativen und Wechselwirkungen mit benachbarten Bereichen beurteilen. Umfassende Transferleistungen erbringen.
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): Arbeitsprozesse kooperativ, auch in heterogenen Gruppen, planen und gestalten, andere anleiten und mit fundierter Lernberatung unterstützen. Auch fachübergreifend komplexe Sachverhalte strukturiert, zielgerichtet und adressatenbezogen darstellen. Interessen und Bedarf von Adressaten vorausschauend berücksichtigen. 
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Eigene und fremd gesetzte Lern- und Arbeitsziele reflektieren, bewerten, selbstgesteuert verfolgen und verantworten sowie Konsequenzen für die Arbeitsprozesse im Team ziehen.

Niveau 6

Niveau 6 beschreibt Kompetenzen die zur Planung, Bearbeitung und Auswertung von umfassenden fachlichen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in Teilbereichen eines wissenschaftlichen Faches oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. Die Anforderungsstruktur ist durch Komplexität und häufige Veränderungen gekennzeichnet.
Fachkompetenz (Wissen): Über breites und integriertes Wissen einschließlich der wissenschaftlichen Grundlagen, der praktischen Anwendung eines wissenschaftlichen Faches sowie eines kritischen Verständnisses der wichtigsten Theorien und Methoden (entsprechend der Stufe 1 [Bachelor-Ebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder über breites und integriertes berufliches Wissen einschließlich der aktuellen fachlichen Entwicklungen verfügen. Kenntnisse zur Weiterentwicklung eines wissenschaftlichen Faches oder eines beruflichen Tätigkeitsfeldes besitzen. Über einschlägiges Wissen an Schnittstellen zu anderen Bereichen verfügen. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über ein sehr breites Spektrum an Methoden zur Bearbeitung komplexer Probleme in einem wissenschaftlichen Fach, (entsprechend der Stufe 1 [Bachelor-Ebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse), weiteren Lernbereichen oder einem beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Neue Lösungen erarbeiten und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Maßstäbe beurteilen, auch bei sich häufig ändernden Anforderungen. 
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): In Expertenteams verantwortlich arbeiten oder Gruppen oder Organisationen verantwortlich leiten. Die fachliche Entwicklung anderer anleiten und vorausschauend mit Problemen im Team umgehen. Komplexe fachbezogene Probleme und Lösungen gegenüber Fachleuten argumentativ vertreten und mit ihnen weiterentwickeln. 
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Ziele für Lern- und Arbeitsprozesse definieren, reflektieren und bewerten und Lern- und Arbeitsprozesse eigenständig und nachhaltig gestalten.

Niveau 7

Niveau 7 beschreibt Kompetenzen, die zur Bearbeitung von neuen komplexen Aufgaben- und Problemstellungen sowie zur eigenverantwortlichen Steuerung von Prozessen in einem wissenschaftlichen Fach oder in einem strategieorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. Die Anforderungsstruktur ist durch häufige und unvorhersehbare Veränderungen gekennzeichnet. 
Fachkompetenz (Wissen): Über umfassendes, detailliertes und spezialisiertes Wissen auf dem neuesten Erkenntnisstand in einem wissenschaftlichen Fach (entsprechend der Stufe 2 [Master-Ebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder über umfassendes berufliches Wissen in einem strategieorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Über erweitertes Wissen in angrenzenden Bereichen verfügen. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über spezialisierte fachliche oder konzeptionelle Fertigkeiten zur Lösung auch strategischer Probleme in einem wissenschaftlichen Fach (entsprechend der Stufe 2 [Master-Ebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Auch bei unvollständiger Information Alternativen abwägen. Neue Ideen oder Verfahren entwickeln, anwenden und unter Berücksichtigung unterschiedlicher Beurteilungsmaßstäbe bewerten. 
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): Gruppen oder Organisationen im Rahmen komplexer Aufgabenstellungen verantwortlich leiten und ihre Arbeitsergebnisse vertreten. Die fachliche Entwicklung anderer gezielt fördern. Bereichsspezifische und -übergreifende Diskussionen führen.
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Für neue anwendungs- oder forschungsorientierte Aufgaben Ziele unter Reflexion der möglichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen definieren, geeignete Mittel einsetzen und hierfür Wissen eigenständig erschließen.

Niveau 8

Niveau 8 beschreibt Kompetenzen, die zur Gewinnung von Forschungserkenntnissen in einem wissenschaftlichen Fach oder zur Entwicklung innovativer Lösungen und Verfahren in einem beruflichen Tätigkeitsfeld benötigt werden. Die Anforderungsstruktur ist durch neuartige und unklare Problemlagen gekennzeichnet.
Fachkompetenz (Wissen): Über umfassendes, spezialisiertes und systematisches Wissen in einer Forschungsdisziplin verfügen und zur Erweiterung des Wissens der Fachdisziplin beitragen (entsprechend der Stufe3 [Doktoratsebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder über umfassendes berufliches Wissen in einem strategie- und innovationsorientierten beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Über entsprechendes Wissen an den Schnittstellen zu angrenzenden Bereichen verfügen. 
Fachkompetenz (Fertigkeiten): Über umfassend entwickelte Fertigkeiten zur Identifizierung und Lösung neuartiger Problemstellungen in den Bereichen Forschung, Entwicklung oder Innovation in einem spezialisierten wissenschaftlichen Fach (entsprechend der Stufe 3 [Doktoratsebene] des Qualifikationsrahmens für Deutsche Hochschulabschlüsse) oder in einem beruflichen Tätigkeitsfeld verfügen. Innovative Prozesse auch tätigkeitsfeldübergreifend konzipieren, durchführen, steuern, reflektieren und beurteilen. Neue Ideen und Verfahren beurteilen.
Personale Kompetenz (Sozialkompetenz): Organisationen oder Gruppen mit komplexen bzw. interdisziplinären Aufgabenstellungen verantwortlich leiten, dabei ihre Potenziale aktivieren. Die fachliche Entwicklung anderer nachhaltig gezielt fördern. Fachübergreifend Diskussionen führen und in fachspezifischen Diskussionen innovative Beiträge einbringen, auch in internationalen Kontexten.
Personale Kompetenz (Selbständigkeit): Für neue komplexe anwendungs- oder forschungsorientierte Aufgaben Ziele unter Reflexion der möglichen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Auswirkungen definieren, geeignete Mittel wählen und neue Ideen und Prozesse entwickeln.

EQR als Metarahmen

Eine besonderer Qualifikationsrahmen ist der sogenannte Metarahmen. Er dient dazu, andere (z.B. nationale) Qualifikationssysteme zu vergleichen und zueinander ins Verhältnis zu setzen. Die Schaffung des Europäischen Qualifikationsrahmens (EQR) wurde mit der Empfehlung an die Mitgliedstaaten verbunden, nationale Qualifikationsrahmen zu entwickeln und diese auf den EQR zu beziehen. Der EQR fungiert hierbei als Übersetzungsinstrument, das nationale Qualifikationen europaweit verständlich macht und so die Mobilität von Beschäftigten und Lernenden und deren lebenslanges Lernen fördert. Seine primäre Aufgabe ist es, angesichts der großen Vielfalt der Bildungssysteme in Europa die Bildungstransparenz zu erhöhen. 

Kernstück des EQR sind die acht Referenzniveaus. Entsprechend werden die Lernergebnisse auf den einzelnen Niveaus jeweils in drei Säulen beschrieben: „Wissen“, „Fertigkeiten“ und „Kompetenz“, wobei „Kompetenz“ im Sinne der Übernahme von Verantwortung und Selbständigkeit beschrieben wird. Der 2008 von den europäischen Institutionen verabschiedete EQR wird europaweit umgesetzt. Dazu entwickeln die Mitgliedstaaten eigene nationale Qualifikationsrahmen. Ihre Niveaus werden den Niveaus des EQR zugeordnet. Damit dient der EQR als europäischer Metarahmen, der den Vergleich der verschiedenen nationalen Bildungssysteme in Europa erleichtert.

DQR und EQR im Vergleich

Der DQR beschreibt wie der EQR auch acht Niveaus, diese sind jedoch anders strukturiert als die EQR-Niveaus. Im Unterschied zum EQR ist jedem Niveau ein kurzer Text vorangestellt, der die Anforderungsstruktur des jeweiligen Niveaus ("Niveauindikator“) zusammenfassend beschreibt. Für die Charakterisierung wurde beim DQR auf eine größere Zahl von Kategorien zurückgegriffen. Die Kategorien und Kompetenzbeschreibungen des DQR erweitern und konkretisieren in gewisser Weise den EQR, der – dem Charakter eines Metarahmens entsprechend – ein hohes Abstraktionsniveau aufweist. 

Der EQR, der als übergreifendes Transparenzinstrument in der Lage sein muss, unterschiedliche nationale Bildungsziele zueinander in Beziehung zu setzen, stellt die abstrakte Kategorie der Lernergebnisse in den Mittelpunkt. Kompetenz erscheint hier als eine Lernergebniskategorie neben anderen: den Kenntnissen und Fertigkeiten. Um die im deutschen Bildungssystem angestrebten Lernergebnisse angemessen darzustellen und um die Handlungskompetenz in allen ihren Aspekten angemessen abzubilden, weist der DQR weist vier ("Wissen", "Fertigkeiten", "Sozialkompetenz" und "Selbständigkeit") anstatt der drei Säulen des EQRs ("Wissen", "Fertigkeiten" und "Kompetenz") auf. Er macht damit deutlich, dass im deutschen Bildungssystem ein ganzheitliches Kompetenzverständnis von zentraler Bedeutung ist.

Die Niveaus des DQR wurden im Rahmen der sogenannten Referenzierung "1:1" den Niveaus des EQR zugeordnet. Deutsche Qualifikationen, die dem DQR zugeordnet wurden, sind somit gleichzeitig dem entsprechenden EQR-Niveau zugeordnet. Über Einzelheiten gibt der Deutsche Referenzierungsbericht Auskunft. Ein Referenzierungsbericht wird von allen an der Umsetzung des EQR beteiligten Staaten erstellt, um zu dokumentieren, wie die jeweiligen nationalen Qualifikationsrahmen an den EQR gekoppelt werden.

NQR

Zur Umsetzung des EQR haben mittlerweile 38 europäische Staaten die Entwicklung nationaler Qualifikationsrahmen (NQR) beschlossen. Diese NQR können eine unterschiedliche Anzahl von Niveaus haben und unterschiedliche Ziele verfolgen. Neben Deutschland haben 26 weitere Länder ihre NQR im Rahmen der Referenzierung dem EQR zugeordnet. Über den jeweils aktuellen Stand der Entwicklung informiert das EQF-Portal.

Reichweite der QR

Ein weiteres wichtiges Unterscheidungsmerkmal ist die Reichweite von Qualifikationsrahmen. Sie können sich nur auf einen Bildungsbereich beziehen, wie das bei den Hochschulqualifikationsrahmen in Europa der Fall ist. Bildungsbereichsübergreifende Qualifikationsrahmen wie der DQR werden dazu entwickelt, ein gesamtes Bildungssystem umfassend abzubilden.